Freitag, 6. März 2015

Rezension: Die Kochgarage - Das Kochbuch. Autorin: Graciela Cucchiara

Die Kochgarage - Das Kochbuch




Informationen zum Buch:

Halbleinen
192 Seiten
Maße: 23 x 25,5cm
etwa 50 Farbfotos
ISBN: 978-3-517-09323-9
Erschienen am 02. März 2015 
Verlag: ->  Südwest Verlag 
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Autorin: Graciela Cucchiara



Über die Autorin:

Bereits im Alter von 7 Jahren ließ sich Graciela eine kleine Küche neben dem Herd ihrer Großmutter installieren, um dort jeden Mittag die Rezepte ihrer Oma nach zu kochen oder/und zu backen.
Viele Jahre später, lebt die Argentinierin nun in München, wo sie und ihr Team jeden Abend gemeinsam mit rund 40 Gästen in der Kochgarage Gerichte aus aller Herren Ländern zubereiten.
Gracielas Weg führte sie in die TV-Show "The Taste" bei der ihr ca 5 Millionen Zuschauer über die Schulter sahen, während sie mit ihren Händen verschiedene Köstlichkeiten zubereitete, um sich kurz darauf der Kritik der Jury zu stellen.


Tim Mälzer, ein Mitglied der "The Taste Jury" über die Kochgarage:

 Ich stehe auf einer ganz normalen Straße, gehe in einen schäbigen Hinterhof, öffne eine unscheinbare Tür - und spüre sofort: Mehr Heimat an einem Ort, kann man gar nicht finden.

Selten bin ich in Deutschland auf freier Wildbahn mit so emotionalem Essen konfrontiert worden. Man sitzt an einer langen Holztafel, kann mit dem Löffel aus der Schüssel essen.
Da ist das Olivenöl, das Brot, der Wein. Da ist kein "Kopf-Koch", da ist das Großmütterliche, das Herzblut, die Leichtigkeit.
Für mich ist "Die Kochgarage" ein Ort, der das ausstrahlt, was Graciela ausmacht: ein großes Herz, viel kulinarisches Gespür und Neugier auf die ganze Welt. Wenn in diesem Buch nur die Hälfte von dem rüberkommt, was man in der Kochgarage erlebt, muss man Bock bekommen, auch zu Hause so zu kochen wie hier.

Tim Mälzer


Der Inhalt des Buchs:

Die Rezepte sind unterteilt in die Kategorien

Auf der Wiese
In der Luft
Im Wald
Durchgedreht
Im Wasser
In der Erde
Aus Zucker
Nach der Party

Außer dem Vorwort von Tim Mälzer, findet man noch weitere Informationen das Buch betreffend.
So zB erfährt man etwas über den "Kühlschrank und seine Seele", erhält eine Anleitung wie dieses Buch funktioniert, bekommt Einblick in eine Übersicht aller Vorräte, die man praktischerweise im Haus haben sollte  und stellt fest, dass die "Werkzeuge" mit denen in der Kochgarage gearbeitet wird, sich in keiner Weise von denen unterscheiden, die man selbst auch in seinen Küchenschränken beherbergt.

Für das Team der Kochgarage steht fest: Kochen verbindet.
Inspirationen zu neuen Gerichten finden sie überall.
Sie lieben die Freiheit beim Kochen und die Exotik hinterm Hauptbahnhof.
Zu den wichtigsten Prinzipien der Kochgarage zählt der Mut zur Improvisation, denn: Alles ist da, nichts ist perfekt (c)

Am Ende des Buchs gibt es drei verschiedene Register, sortiert nach Rezepttitel von A-Z,
nach Gerichtart (Rind, Schwein, Lamm, Geflügel, Fisch ... ) und zuletzt sortiert nach Herkunft der Gerichte.


Die Rezepte

Zunächst stechen die Rezepte allein wegen ihrer Bezeichnung gleich ins Auge und machen neugierig auf's Lesen. Wer möchte nicht wissen, was sich beispielweise hinter dem Titel: "Buena Vista Hähnchen Club", "Besoffener Saibling" oder "Kreolischer Achtarm" verbirgt?
Sicher hat jeder Leser so seine Vorstellungen, aber in der Kochgarage wird super gerne improvisiert und wenn man Zutat A gerade nicht vorrätig hat, werden einem mit den alternativ vorgeschlagenen Zutaten B und C quasi gleich 2-3 andere Rezepte angeboten.
Sowohl die Zutatenliste als auch die Anweisungen zur Zubereitung sind sehr übersichtlich, klar und verständlich geschrieben.

Alle Rezepte sind gespickt mit sehr schönen Farbfotos. Gezeigt werden der Kühlschrankinhalt mit den benötigten Zutaten, Fotos vom fertigen Gericht, die Autorin und/oder ihr Team bei der Arbeit, oder auch sehr schöne Landschaftsaufnahmen. Immer wieder findet man von Graciela oder einem ihrer Kollegen  persönliche Vermerke zum Ursprung des Gerichts, in welchem Land man die Zubereitung lernte und welcher Lehrmeister sein Wissen an die heutigen Kochgaragen-Mitglieder weiter gegeben hat.
Beim Lesen solcher kleinen Anekdoten sieht man Graciela gedanklich auf einem geliehenen Fahrrad sitzend vor sich, wie sie bei Sonnenaufgang mit ihrem roten Einkaufskorb am Lenker zum vietnamesischen Fischmarkt radelt um einzukaufen ;-)










Restlos glücklich

Auch in dieser Rubrik wird dem Leser klar, wie gut Improvisation sein kann.
Aus vorhandenen Resten der zubereiteten Gerichte lassen sich tolle neue und schmackhafte Dinge zaubern. Manchmal braucht man nur einen Schubs in die richtige Richtung - ICH wäre jedenfalls nicht gleich drauf gekommen, dass sich übrig gebliebene Muffins ganz hervorragend als Bestandteil eines Eises machen.



Mein Fazit zum Buch:

Hätte ich damals nicht durch Zufall in die TV-Koch-Show "The Taste" gezappt, wäre mir weder Graciela Cucchiara noch "Die Kochgarage" ein Begriff gewesen. Und vermutlich hätte ich auch erstmal eine ganze Weile gebraucht um auf dieses Buch aufmerksam zu werden.

Graciela fiel mir damals allein durch ihr Erscheinungsbild auf und sie beim Kochen zu beobachten, machte einfach nur Spaß.
Das Kochbuch ist mir persönlich überaus symphatisch - nicht nur wegen der optisch schönen Gestaltung oder den kleinen Anekdoten die man auf verschiedenen Seiten findet.
Ich halte dieses Buch auch für absolut alltagstauglich! Nicht jeder hat das Glück in naher Umgebung mit allerlei verschiedenen Märkten oder Geschäften gesegnet zu sein und schon so manches Mal musste ich mir beim Lesen eines tollen Rezepts die Frage stellen, woher ich wohl Zutat XY bekommen könnte.
Beim Lesen dieser Rezepte musste ich mich genau damit nämlich nicht beschäftigen, weil mir gleich gesagt wurde: wenn dir das nicht schmeckt, dann nimm doch einfach stattdessen das. - Oder: wenn du Dieses nicht bekommen kannst, schmeckt's auch gut, wenn du Jenes nimmst.
Und das finde ich toll.

Ohne den Kochgaragen-Schubs wäre ich im Leben nicht drauf gekommen, dass man aus "Quitten-Tomaten-Clafoutis" ebensogut auch "Birne-Heidelbeer-Clafoutis" machen kann. 
Und diese Improvisation sieht nicht nur gut aus, sie schmeckt auch noch ziemlich lecker!

Ein rundherum schönes und empfehlenswertes Buch, allerdings hat es leider kein Lesezeichen, was mich ein klitzekleines bisschen enttäuscht hat. 





Aus Quitten-Tomaten-Clafoutis wurde
Birne-Heidelbeer-Clafoutis



Vor dem Backen ...


... nach dem Backen. - Lecker!




LG,
Claudia



** Das Buch wurde mir zu Rezensionszwecken freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Inhalt meines Textes wurde davon jedoch in keiner Weise beeinflusst und stellt lediglich meine persönliche Meinung dar. **

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